Find Yogalexa

Der unterschätzte Job des Beckenbodens

Die Aufgaben des Beckenbodens sind den Wenigsten bekannt. Sobald man mehr darüber weiss, wird einem schnell bewusst, wie ausgesprochen wichtig der Beckenboden ist! Bevor wir jedoch zu den Aufgaben des Beckenbodens kommen, zuerst noch ein paar Worte zum Beckenboden selbst. 

Was ist mein Beckenboden überhaupt?

Dein Beckenboden sind drei Muskelschichten, die deinen Beckenknochen nach unten hin abdichten. Deinen Rumpf kannst du dir wie einen Quader vorstellen: Oben ist das Zwerchfell, der Mantel besteht aus den tiefen Bauch- und Rückenmuskeln und unten ist der Beckenboden. Für eine detailliertere Beschreibung lies den Blog zu “Mein Beckenboden 101”.

Was sind die Aufgaben meines Beckenbodens?

In den folgenden Beispielen gehen wir davon aus, dass dein Beckenboden gesund und munter ist. Hättest du dir gedacht, dass dein Beckenboden so viele Aufgaben erfüllt?

Aufgabe #1: Dein Beckenboden stellt sicher, dass du es jedes Mal trocken aufs WC schaffst.
Aufgabe #2: Dein Beckenboden sorgt dafür, dass du einen Pups zurückhalten kannst.
Aufgabe #3: Dein Beckenboden steuert den Winkel deines Darmausgangs. Das heisst, je nach dem welche Haltung du einnimmst, braucht es mehr Druck um dich zu entleeren. Wenn wir aufrecht stehen, ist es im Prinzip ein klares Zeichen für den Körper: “Grad geht nicht!”. Eine Schlaufe des Beckenbodens (M. puborectalis) um den Darm herum winkelt den Darm leicht ab. Im Hocken jedoch, lässt diese Schlaufe locker und der letzte Teil des Darms ist viel gerader. Somit fällt es dir im Hocken viel leichter dein Geschäft zu erledigen.
Aufgabe #4: Dein Beckenboden ist daran beteiligt, dass du eine Erektion bekommen kannst - falls du einen Penis hast.
Aufgabe #5: Dein Beckenboden ist daran beteiligt, dass du bewusst anspannen und locker lassen kannst, wenn du Gegenstände in deine Vagina aufnehmen und den Druck darauf verändern willst - falls du eine Vagina hast.
Aufgabe #6: Dein Beckenboden hält deine Organe – Blase, Gebärmutter, Darm – an Ort und Stelle.
Aufgabe #7: Dein Beckenboden arbeitet mit deinen tiefen Bauch- und Rückenmuskeln zusammen. Deine Rumpfstabilität beginnt von unten – beim Beckenboden.
Aufgabe #8: Viele Emotionen werden im Beckenboden und der Hüftregion allgemein gespeichert. Schon mal nach einem Orgasmus geheult, ohne zu wissen wieso? Oder nach intensiven Hüftdehnungen?

Wie kann ich den Beckenboden bei all seinen Aufgaben unterstützen?

Präventiv nicht überlasten

Je mehr du darüber weisst, desto rücksichtsvoller kannst du dich deinem Beckenboden gegenüber verhalten. Indem du Extrembelastungen vermeidest beziehungsweise weisst, wie du deinen Beckenboden unterstützen kannst, schützt du deinen Beckenboden. Solche Belastungen sind zum Beispiel:

    • Husten, Niesen
    • Pressen am WC
    • Schweres Heben
    • Joggen mit voller Blase, etc.

All das und vieles mehr erlernst du in einem Beckenbodenkurs anhand von Theorie und praktischen Übungen. Der Fokus liegt im Kurs auf der Wichtigkeit der Entspannung und schonenden Kräftigung. 

Bewusstes entspannen

Wer kräftigt soll auch entspannen. Ein entspannter Beckenboden sorgt dafür, dass er schnell kontrahieren kann, sollte es die Situation verlangen. Ein verkrampfter Beckenboden im Gegensatz dazu, kann nicht noch mehr anspannen. Dauerhafte Verspannung können auch zu Schmerzen und einem irritierten Nervensystem führen. Symptome davon können Verstopfungen, verstärkte Regelschmerzen und Blasenentzündungen sein. 

Bewusstes stärken

Stärken des Beckenbodens involviert immer Stärken der tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur. Dadurch erhältst du mehr Stabilität im Rumpf ohne Situps zu machen, erlernst was deine alltägliche Haltung ausmacht und beugst gewissen Arten von Rückenschmerzen vor. Beckenbodenorientierte Rumpfübungen sind beckenboden- und rückenschonend – eine gute Option für Leute mit Bandscheibenvorfällen!


Ein gesunder Beckenboden ist elastisch, kräftig und reaktionsfähig!

Fragst du dich gerade, und wo kann ich damit anfangen? Am Klo!

Eine der wichtigsten Beckenbodenregeln: Kein Pressen auf der Toilette!

Beobachte das nächste Mal wenn du aufs WC gehst, ob du mit deinen Bauchmuskeln nachhilfst, oder ob alles von alleine läuft. Beobachte, ob es einfacher ist mit den Füssen am Boden oder auf einem kleinen Hocker dich deines Kots zu entledigen. Beobachte, ob du dir denkst “Ich geh nur SCHNELL aufs Klo.” oder “Ich gehe jetzt entspannt und ohne Stress aufs Klo.”

Wenn es nicht von alleine läuft, entspanne dich. Seufze! Atme ein langes “Ahhhhh” durch den Mund aus – und lass es laufen.


Viel Spass beim Beobachten!

Lerne noch viel mehr über deinen Beckenboden!

Oder lies noch die anderen Artikel der Beckenboden Basics Reihe!